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Beliebte Outdoor Module: Teambalken

Teambalken

Teambalken


Die Teilnehmer dieses Outdoor Moduls stehen in beliebiger Reihenfolge nebeneinander auf einem Balken oder einem horizontal liegenden Baumstamm. Die Teilnehmer sollten entweder mit flachen Schuhen oder ohne Schuhe auf dem Balken stehen, um nicht an Absätzen hängen zu bleiben oder unsicher zu stehen.

Instruktion durch den Outdoor Trainer

„Sie haben sich hier auf dem Balken ohne eine bestimmte Reihenfolge nebeneinander aufgestellt. Die Aufgabe besteht bei diesem Outdoor Modul darin, die Reihenfolge auf dem Teambalken so zu wechseln, dass Sie der entspricht, die ich gleich nennen werde. Ich sage gleich also zum Beispiel: „Bitte stellen Sie sich in der alphabethischen Reihenfolge Ihres Vornamens auf!“ Jetzt denken Sie sicher: „Das ist aber einfach!“ Damit es etwas anspruchsvoller wird, darf kein Teammitglied den Boden berühren. Sie stehen ja alle sicher auf dem Balken, dann kann es also losgehen: Bitte stellen Sie sich so auf dem Balken auf, dass alle Teammitglieder nach dem Geburtsort der alphabetischen Reihenfolge nach aufgereiht sind.“

Der erste Teil der Aufgabe besteht darin festzustellen, Kenntnis über (hier) die Geburtsorte zu erlangen und welches die richtige Reihenfolge ist. Der zweite Teil besteht darin, die Positionen auf dem Teambalken entsprechend zu verändern, bis die gewünschte Reihenfolge erreicht wurde.

Einige Beobachtungstipps für den Trainer

  • Erkennen die Teilnehmer die beiden Aufgabenteile?
  • Werden sie Schritt für Schritt durchgeführt?
  • Wie werden die für die Ermittlung der Reihenfolge relevanten Informationen gegeben und verarbeitet?
  • Gehen die Teilnehmer planvoll vor?
  • Bilden sich Wortführer heraus, um das für die Reihenfolge gewünschte Kriterium von den Teammitgliedern abzufragen oder wird die Reihenfolge in Teamarbeit geklärt?
  • Auf welche Weise einigen sich die Teammitglieder über die Art, die Reihenfolge auf dem Balken zu verändern?
  • Gibt es Teilnehmer, die Schwierigkeiten haben, das Gleichgewicht beim Wechseln der Position auf dem Teambalken zu halten?
  • Wie reagieren die anderen Teilnehmer in einem solchen Fall?
  • Welche Unterstützung bieten die anderen Teammitglieder solchen Personen an?
  • Gelingt es dem Team, die Aufgabe zu lösen, ohne dass jemand den Boden berührt?

 

Einige der möglichen Lernziele

  • Kommunikation im Team
  • Förderung der Kompetenzen zur Problemlösung
  • Strategieentwicklung
  • Koordination des gemeinsamen Handelns
  • Abbau von Berührungsängsten
  • Zusammenarbeit im Team
  • Kreativer Umgang mit unerwarteten Situationen
  • Rücksichtnahme auf Schwächere
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Zielorientierung

 

Reflexion / Transfer

Der Outdoor Trainer stellt Fragen, die sich auf den Verlauf des Outdoor Moduls und die Art und Weise der Bewältigung der Aufgabe beziehen. Als Outdoor Trainer können Sie je nach Verlauf den Teammitglieder zum Beispiel folgende Fragen stellen:

Offene Einstiegsfragen
  • Wie beurteilen Sie den Schwierigkeitsgrad des Outdoor Modul Teambalken? War die Aufgabe für das Team eher leicht, mittel oder schwer lösbar?
  • Wie kam die Gruppe mit der Lösung der Aufgaben zurecht?
  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Zusammenarbeit als Team?
  • Was hat gut geklappt, was weniger gut?
Konkrete Nachfragen zur Reflexion in Bezug auf die Beobachtung durch den Trainer
  • Konnten Sie gut die geforderte Reihenfolge klären?
  • Wie sind Sie dabei vorgegangen?
  • War jedes Teammitglied aktiv an der Klärung der Reihenfolge beteiligt oder gab es Personen, die die anderen fragten und nach deren Antwort die Reihenfolge festlegten?
  • Warum war das so?
  • Wie haben Sie sich über das Vorgehen beim Wechseln der Positionen geeinigt?
  • Konnten Sie die geplante Vorgehensweise gut umsetzen?
  • Wenn nicht, woran lag es?
  • Warum haben Sie es dann doch anders gemacht?
Folgende Fragen an die Teilnehmer helfen in Bezug auf den Transfer
  • Gibt es in Ihrem Berufsalltag Situationen, in denen Sie Berührungsängste haben mit anderen Kollegen im Team?
  • Welche Erfahrungen aus dem Outdoor Modul Teambalken helfen Ihnen, diese Berührungsängste künftig besser abzubauen?
  • Gibt es an Ihrem Arbeitsplatz auch Situationen, bei denen die gewohnte Reihenfolge plötzlich umgestellt wird?
  • Wo können Sie die in der Teambalken Übung gemachten Erfahrungen der gegenseitigen Unterstützung im Team bei Aufgaben, die Sie alleine nicht bewältigen können in Ihren Alltag übertragen?
  • Können Sie den von Ihrem Team in dieser Übung gewählten Lösungsweg für die Strategieentwicklung auch bei Projekten in Ihrem Unternehmen anwenden? Das bedeutet also entweder, dass das ganze Team an der Strategiefindung arbeitet oder eine oder mehrere Personen das Ruder in die Hand nehmen und die übrigen Teammitglieder dann in gleicher Richtung mitrudern?
  • Was werden Sie in Zukunft anders machen?

Technische Informationen

Anforderungen an das Gelände

Für das Outdoor Modul Teambalken benötigt man eine ebene Fläche, auf der der Balken aufliegt. Sie sollte mindestens der Länge Balkens oder Baumstamms entsprechen und an jeder Seite des Balkens ca. 1 – 1,5 m Platz bieten.

Benötigtes Material

Ein fest auf dem Boden aufliegender möglichst flacher Holzbalken, der ca. 10 cm breit ist und je nach Anzahl der etwa in Schulterbreite nebeneinander stehenden Teilnehmer bis zu 5 m lang sein. Der Outdoor Trainer sollte vor Beginn der Übung unbedingt sicherstellen, dass der Balken die notwendige Standfestigkeit hat. Empfehlenswert sind sehr flache Balken, die es auch als zusammensetzbare Module zu kaufen gibt oder die von einem Tischler angefertigt werden können.

Teilnehmerzahl

Ca. 4 bis 10 Teilnehmer pro Team.

Anforderungen an die Teilnehmer

Physisch: leicht bis mittel
Mental: leicht bis mittel

Zeitbedarf

Je nach Teilnehmerzahl pro neuer Aufstellung ca. 10 – 20 Minuten.

Einige Variationen des Teambalkens

Die Variationsmöglichkeiten für dieses Outdoor Modul liegen vor allem darin, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen:

1. Die Erhöhung des Schwierigkeitsgrades kann erfolgen, indem zum Beispiel in einem Waldgebiet mit umgestürzten Bäumen zunächst dickere Stämme für die Übung ausgewählt werden und im späteren Verlauf oder an einem anderen Tag immer dünnere. Der gleiche Effekt lässt sich auch mit unterschiedlich breiten Balken oder Brettern erzielen.

2. Eine andere Möglichkeit, die Aufgabe schwieriger zu machen, ist es, den Balken in einem größeren Abstand zum Boden zu verlagern. Dazu eignet sich z.B. ein Schwebebalken in einer Turnhalle. Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, je nach Mut und Können der Teilnehmer, immer vorausgesetzt, dass die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet ist. Man kann das Teambalken Modul auch auf einem Brett durchführen, das quer über einen Bach führt.

 

Zusätzliche Lernziele der Variationen 1 und 2

  • Noch stärkere Förderung der Kooperationsfähigkeit
  • Intensivere Schulung von Vertrauen in die Gruppe
  • Verstärkte Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung

 

3. Die Teilnehmer erhalten die Aufgabe, sich ohne verbale Kommunikation untereinander in der vom Outdoor Trainer vorgegebene Reihenfolge aufzustellen. Es sollte zunächst ein Ordnungskriterium gewählt werden, das jedem Teilnehmer bekannt ist, beispielsweise der Nachname.

 

Zusätzliche Lernziele

  • Nonverbale Kommunikation
  • Nonverbale Konsensfindung
  • Nonverbale Abstimmung der einzelnen Handlungsschritte

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